Innovation

Check-In/Be-Out

Der Rollout des elektronischen Ticketing (HVV-Card) hat im Januar 2017 begonnen. Dieser Vertriebskanal wird im gesamten Verbundgebiet etabliert – ein wichtiger Schritt, um den HVV optimal für die Zukunft aufzustellen.

MEHR ERFAHREN

Zusätzlich wird beim HVV an einem Projekt gearbeitet, das erstmals die Marktreife eines Check-In/Be-Out-Verfahrens in einem Verkehrsverbund erprobt. Fahrgäste melden sich hierbei mit ihrem Smartphone an, wenn sie den Bus oder die Bahn betreten. Abgemeldet wird man beim Verlassen des Fahrzeugs automatisch. Für den Fahrgast soll das neue System einfach, verständlich und sicher sein. Er benötigt keine Tarifkenntnisse und muss sich nicht mehr vor Fahrtbeginn auf ein Tarifprodukt festlegen. Am Pilotprojekt beteiligt sind Hamburger Hochbahn AG, S-Bahn Hamburg GmbH, DB Regio AG, Metronom Eisenbahngesellschaft mbH, Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH und KVG Stade GmbH & Co. KG. Das Projekt ist in eine EU-Ausschreibung mit Teilnahmewettbewerb eingebettet. Für den Pilotbetrieb werden bis zu fünf Anbieter zugelassen. Hierbei sollen praktische Erfahrungen und technische Erkenntnisse gesammelt sowie die Kundenakzeptanz ermittelt werden. Ziel ist es, den erfolgreichsten Anbieter mit der verbundweiten Einführung eines Check-In/Be-Out Systems zu beauftragen. Check-In/Be-Out soll mittelfristig als kundenfreundliche Weiterentwicklung des mobilen Vertriebs etabliert werden. Der HVV übernimmt damit eine europaweite Vorreiterrolle.

Die voraussichtlichen Testlinien sind der folgenden Grafik zu entnehmen.

E-Ticketing

Nach erfolgreicher Erprobung der HVV-Card im Pilotraum Harburg hat die verbundweite Einführung der elektronischen Kundenkarte begonnen. Die HVV-Card ist Teil der E-Ticketing-Strategie im HVV, mit der ein deutlich höheres Serviceniveau für die Kunden erreicht wird.

Die Kunden erhalten per Post ihre persönliche elektronische Kundenkarte mit Lichtbild, auf der je nach Bedarf das passende Tarifprodukt – von der Einzelkarte bis zum Abo – abgelegt werden kann. Die Ansicht und Änderung der persönlichen Daten sowie die Bestellung von Ersatzkarten ist online möglich.

An den Fahrkartenautomaten können neben Einzel- und Tageskarten auch Zeitkarten bargeldlos gekauft werden. Die Fahrkarte wird auf die HVV-Card geschrieben, die Bezahlung erfolgt per Lastschrift oder über ein vorher überwiesenes Guthaben. Alle Vertriebsgeräte, die Servicestellen und die Hintergrundsysteme werden miteinander vernetzt.

Parallel werden auch alle Busse im Verbundgebiet mit einem neuen System für die Kontrolle und den Verkauf ausgestattet. Dazu werden im Einstiegsbereich kleine Geräte für die räumliche und zeitliche Gültigkeitsprüfung der HVV-Card installiert. Auch der bargeldlose Kauf der gängigsten Fahrkarten wird selbstbedient über diese Geräte möglich sein.

Dispositionsplattform

Zusammen mit der Hamburg Port Authority und dem Kreis Herzogtum Lauenburg wird der HVV ein Forschungsvorhaben zur Entwicklung einer Dispositionsplattform für flexible Angebote durchführen. Diese Angebote können in ländlichen Räumen, aber auch in städtischen Arealen eingerichtet werden, in denen die Nachfrage für einen ÖPNV-Linienbetrieb gering ist oder tageszeitlich und räumlich stark schwankt.

Die bisherige Organisation dieser flexiblen Angebote weist aus Fahrgastsicht Schwächen bei der Ausgestaltung auf. Ziel ist es, mit der Dispositionsplattform den Betrieb flexibler Angebote zu professionalisieren und transparenter zu gestalten.

Das Vorhaben wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen der Initiative „Digitale Vernetzung im ÖPNV“ mit einer Laufzeit von Januar 2017 bis September 2018 gefördert und von der Freien und Hansestadt Hamburg unterstützt.

In der Stadt

Für die Umsetzung des Vorhabens wurden als städtische Anwendungsgebiete das Gewerbegebiet Billbrook sowie der Hamburger Hafen gewählt. Beide Areale haben aufgrund ihrer stadträumlichen Gegebenheiten und ihrer Gewerbestruktur besondere Anforderungen an eine ÖPNV-Erschließung. Als Ergänzung zum bestehenden Linienverkehr wird hier ein nachfrageorientiertes und flexibles Angebot eingerichtet und über die Dispositionsplattform organisiert.

Im Umland

Abgerundet wird das Projekt durch ein Vorhaben im Kreis Herzogtum Lauenburg. Hier erfolgt mittels einer nachfrageorientierten Routenbildung eine Angebotsoptimierung im Schülerverkehr. Die Dispositionsplattform sichert dabei die Mobilitätswünsche der anderen Fahrgäste.

HVV-Verbundbericht 2016

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